Ost-West-Dach: Warum es oft besser zum Verbrauch passt als Süd
„Unser Dach zeigt leider nicht nach Süden.“ Diesen Satz hören wir jede Woche – immer entschuldigend. Dabei ist ein Ost-West-Dach für viele Haushalte die bessere Fläche. Nicht trotz, sondern wegen der Ausrichtung.
Woher der Süd-Mythos kommt
Als Solarstrom vor allem eingespeist wurde, zählte nur eines: die maximale Jahresmenge. Und die liefert ein Süddach – mit einer hohen Spitze um die Mittagszeit. Solange jede Kilowattstunde zum selben Preis ins Netz ging, war das die richtige Rechnung.
Heute ist die Rechnung eine andere. Die Einspeisevergütung ist niedrig, der Strom, den du selbst verbrauchst, ist das Wertvolle. Und dein Verbrauch findet nicht mittags statt.
Die Kurve, die zu deinem Tag passt
Ein Süddach erzeugt eine steile Spitze um zwölf Uhr – wenn das Haus leer ist. Ein Ost-West-Dach erzeugt zwei flachere Buckel: einen am Vormittag von der Ostseite, einen am Nachmittag und frühen Abend von der Westseite. Die Westseite liefert noch, wenn die Familie nach Hause kommt, gekocht wird und das Auto ansteckt.
Ein Süddach produziert mehr Strom. Ein Ost-West-Dach produziert mehr Strom, den du selbst verbrauchen kannst. Für deine Rate zählt das Zweite.
Ja, in der Summe über das Jahr liefert Ost-West etwas weniger als ein perfektes Süddach. Aber der Anteil, der direkt im Haus landet, ist höher – und mit einem Speicher, der die Mittagslücke füllt, verschwindet der Nachteil fast vollständig. Dazu kommt: Ost-West-Dächer haben meist zwei belegbare Flächen. Mehr Module gleichen weniger Ertrag pro Modul aus.
Wie wir mit Ausrichtung umgehen
- Wir rechnen jede Dachfläche einzeln – Neigung, Ausrichtung, Verschattung durch Kamin, Gaube, Nachbarhaus, Bäume. Und weil bei zwei Flächen fast immer irgendwo ein Schatten wandert, lohnt hier der Blick auf Back-Contact-Module, die bei Teilverschattung nicht ein ganzes Segment abschalten, sondern den Strom um den Schatten herumleiten – was das an deinem Dach über die Jahre bringt, rechnen wir dir vorher vor.
- Wir rechnen konservativ: Die Rate basiert auf einem Ertragskorridor, nicht auf dem besten Sonnenjahr. Lieber überrascht dich die Anlage positiv als die Abrechnung negativ.
- Wir dimensionieren den Speicher auf die Lücke: Bei Ost-West fällt mittags weniger an, dafür länger. Der Speicher wird darauf ausgelegt – und der Energy Pilot steuert, wann er lädt.
- Entscheidend ist am Ende nicht der Winkel, sondern eine Zahl: Liegt deine Rate unter deinem heutigen Abschlag? Wenn ja, ist dein Dach gut genug.
„Der andere Anbieter hat gesagt, das lohnt sich nicht“
Möglich, dass er mit der Einspeise-Logik von vor zehn Jahren gerechnet hat. Möglich auch, dass er nur Süddächer montiert, weil sie schneller gehen. Frag ihn nach der Zahl: Was bringt mein Dach pro Jahr, und wie viel davon nutze ich selbst? Wenn er keine hat, hat er dein Dach nicht gerechnet, sondern geraten.
Was du jetzt tun kannst
Schau, wann in deinem Haus der Strom verbraucht wird: morgens und abends? Dann ist Ost-West nicht dein Problem, sondern dein Vorteil. Im Check rechnen wir beide Flächen einzeln durch – Beratung online, technische Planung bei dir zuhause, inklusive Verschattungsanalyse vor Ort.
